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Stadt Gladbeck und DB InfraGO unterzeichnen Absichtserklärung für neuen Mobilitätsknoten am Oberhof
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Einleitung
Die Stadt Gladbeck und die DB InfraGO AG, vertreten durch die Geschäftsbereiche Personenbahnhöfe und Fahrweg, haben eine gemeinsame Absichtserklärung (Letter of Intent, LOI) zur Neuordnung des gesamten Bereichs rund um den Bahnhof Gladbeck Ost und den Oberhof unterzeichnet.
Haupttext

In dem Papier verständigen sich die Beteiligten nun auf das gemeinsame Vorgehen bei mehreren, eng miteinander verknüpften Teilprojekten. Die Verhandlungen zur grundsätzlichen Regelung der mitunter sehr komplexen Zusammenhänge werden hier festgehalten. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) begleitete die Verhandlungen in der zurückliegenden Zeit und unterstützt die Planungen. Die nun festgehaltene Einigung wird sehr begrüßt.

Bürgermeisterin Bettina Weist freut sich über die Entwicklung und ordnet den Schritt ein: „Das ist ein echter Durchbruch für diesen seit Jahren festgefahrenen Bereich unserer Innenstadt. Zum ersten Mal haben wir eine gemeinsame Grundlage mit unseren Projektpartnern, auf die wir uns auch in Zukunft personenunabhängig berufen können. Für viele Gladbecker:innen ist der Oberhof ein wunder Punkt, weil dort so lange nichts passiert ist. Wir haben mit dem LOI nun einen Fahrplan, um hier einen modernen Mobilitätsknoten und damit ein neues Stück Innenstadt zu schaffen.“

Für die DB InfraGO unterstrich Dorothee Wasel, Leiterin Bahnhofsmanagement Essen: 

„Kurze und barrierefreie Wege sind für eine moderne Station unerlässlich. Daher sind die Maßnahmen, die an der Station Gladbeck Ost geplant sind, enorm wichtig, um den Bahnhof für die Zukunft fit zu machen. Fahrgäste haben hier in Zukunft kurze Wege – vom Parkplatz bis zum Bahnsteig und zum Busbahnhof. Damit können wir noch mehr Menschen davon überzeugen, mit der klimafreundlichen Bahn zu fahren.“

Auch VRR-Vorstandssprecher Oliver Wittke zeigt sich erfreut über die Vereinbarungen: 

„Mit der Unterzeichnung ist die Grundlage für die Planungen und Umsetzungen eines modernen Mobilitätsknoten in Gladbeck gelegt. Der vernetzte und barrierefreie Aus- und Umbau von ÖPNV-Infrastruktur ist bereits seit vielen Jahren ein wesentlicher Schwerpunkt innerhalb unserer Förderung. Für alle Fahrgäste im Nahverkehr ist eine funktionierende und intakte Infrastruktur von wesentlicher Bedeutung.“ 

Die unterzeichnete Absichtserklärung zeigt nun ein klares Bekenntnis zu einem Fahrplan für das anvisierte Gesamtkonzept. Konkret geht es um die komplette Neugestaltung des zentralen Mobilitätsknotenpunkts am Oberhof und am Bahnhof Gladbeck Ost: Die Planungen sehen vor, den heutigen Bahnsteig auf der Ostseite zurückzubauen. Stattdessen baut die DB einen neuen Bahnsteig an neuer, westlicher Lage Dieser neue Außenbahnsteig rückt weiter nach Süden und damit deutlich näher an den Busbahnhof. Somit entsteht in der Grabenstraße/Zweckeler Straße ein moderner ÖPNV-Verknüpfungspunkt mit einem sogenannten Kombibahnsteig, an dem sich Bus- und Bahnsteige direkt gegenüberliegen.  Um Reisenden einen einfachen Zugang zum Busbahnhof zu ermöglichen, entsteht ein ebenerdiger Bahnübergang, der auch als Stadtteilverbindung nutzbar sein wird. Der Oberhoftunnel wird daher nicht mehr benötigt. Die Stadt Gladbeck baut den Busbahnhof im Bereich der Zweckeler Straße neu. Ergänzt wird das Gesamtvorhaben durch eine neue Park&Ride-Anlage und eine Mobilstation auf der Ostseite der Gleisanlagen.

Der heutige Bahnhof Gladbeck Ost liegt abseits der zentralen Wegebeziehungen, ist nicht barrierefrei und schlecht mit dem Busverkehr verknüpft. Auch der Oberhoftunnel, der die Hochstraße mit der Straße Am Sägewerk verbindet, wird von vielen Fußgänger:innen gemieden. Gleichzeitig ist der frühere zentrale Busbahnhof auf der Tiefgarage seit Jahren Geschichte, die provisorische Lösung im Straßenraum der Zweckeler Straße funktioniert zwar, bietet aber keine echte Verknüpfung mit der Schiene.

Ein neuer, technisch gesicherter Bahnübergang für Fuß- und Radverkehr soll den Oberhoftunnel ersetzen und die Stadtteile wieder auf direktem Weg verbinden. Für diesen Übergang besteht bereits Baurecht. Hierfür sorgte bereits ein Planfeststellungsverfahren, das Bahn und Stadt kooperativ und gemeinsam einleiteten und zu einem erfolgreichen ersten Meilenstein führten. Der Neubau des Bahnsteigs ist vom Land Nordrhein-Westfalen als Projekt von besonderem Landesinteresse eingestuft worden. Voraussetzung für die Förderung ist allerdings die gesicherte Umsetzung des Bahnübergangs, weil der verkehrliche Mehrwert erst im Zusammenspiel beider Maßnahmen entsteht.

Genau diese Verknüpfung und die gegenseitigen Abhängigkeiten der Projekte zeigt die jetzt unterzeichnete Absichtserklärung auf.

„Die Vereinbarung sieht vor, die weiteren Planungen eng zu verzahnen und zeitnah eine gemeinsame Projektgruppe einzusetzen. Ziel ist es, die Planungen für den neuen Bahnsteig, den Bahnübergang und die notwendigen Anpassungen im Straßenraum technisch und zeitlich aufeinander abzustimmen“, erläutert Dr. Volker Kreuzer, Erster Beigeordneter und Stadtbaurat. Zentrale Schnittstelle ist dabei der künftige Kombibahnsteig, dessen Lage und Höhe bereits aus dem städtebaulichen Konzept hervorgehen.

Ein wichtiger Baustein des Gesamtprojekts ist auch die Zukunft der Fläche des ehemaligen Busbahnhofes oberhalb der Tiefgarage am Oberhof. Durch deren Rückbau entstehen in zentraler Lage neue Entwicklungsflächen. Gemeinsam mit einem erfahrenen Investor, der Herner E-Gruppe, soll hier in den kommenden Jahren Einzelhandel, Gastronomie und Wohnungen entwickelt werden. Das Investitionsvolumen liegt dabei im deutlich zweistelligen Millionenbereich. Der neue ÖPNV-Verknüpfungspunkt bildet dabei das funktionale Rückgrat und das neue „Eingangstor“ zur Innenstadt.

„Die jetzt unterzeichnete Absichtserklärung ist der nächste wichtige Meilenstein und Grundlage für die vielen noch folgenden Schritte. Auf ihrer Grundlage werden nun die konkreten Verträge ausgearbeitet werden, insbesondere für den Neubau der Verkehrsstation Gladbeck Ost und den Bau des Bahnübergangs. Damit ist ein Projektstand erreicht, den es so bislang noch nicht gegeben hat“, so die Bürgermeisterin abschließend.

Beginndatum
14.01.2026


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